Newsletter #1 vom 6. Januar 2017

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit diesem Newsletter informiert das DZI künftig regelmäßig über neue Entwicklungen im Spendenwesen, bei der DZI Spenderberatung sowie der Stiftung DZI im Ganzen. Mit diesem ersten Versand erhalten den Newsletter Persönlichkeiten, Organisationen und Institutionen, mit denen das DZI in jüngerer Zeit im Austausch stand. Sollten Sie den Newsletter nicht dauerhaft beziehen wollen, so bestellen Sie ihn bitte mit einem Klick auf den unten angegebenen Link ab. Sind Sie hingegen an unseren Informationen auch zukünftig interessiert, so danken wir Ihnen dafür und freuen uns auf den Austausch mit Ihnen.

Mit freundlichen Grüßen und guten Wünschen für ein
friedvolles und erfolgreiches Jahr 2017

Burkhard Wilke
Geschäftsführer und wissenschaftlicher Leiter


  Neu: Spenden-Almanach 2016
   
Wer spendet heutzutage in Deutschland – und wer nicht? Wie steht es um die Zukunft von Spendensammlungen und Spendenwerbung – also des Fundraisings – bis zum Jahr 2030? Der neu erschienene DZI Spenden-Almanach 2016 liefert Antworten auf diese und viele weitere Fragen. So präsentieren Tom Neukirchen und Paul Dalby in ihrem Artikel „Die Zukunft des Fundraisings“ ihre Schlussfolgerungen aus 26 Experteninterviews zur möglichen Entwicklung des Fundraisings bis 2030. Nicole Hameister und Claudia Vogel fassen die Ergebnisse des Freiwilligensurveys in puncto Spendenstatistik zusammen. Der wohl bekannteste deutsche Spendenratgeber bietet als „Spenderberatung im Taschenformat“ außerdem ausführliche Einzelportraits aller Spenden-Siegel-Organisationen, kurzgefasste Tipps zu 21 Einzelthemen wie Spenden-Apps, Patenschaften, Haustür- /Straßenwerbung oder Social Shopping im Internet. Der Almanach kann für 9,80 Euro als E-Book oder für 12,80 Euro beim DZI bestellt oder über den Buchhandel bezogen werden. Alle älteren Ausgaben seit 2005 können als E-Book kostenfrei von der DZI-Website abgerufen werden.
   

  Das Spenden-Siegel wird 25
   
Am 1.1.1992 sind die ersten Leitlinien zur Vergabe des DZI Spenden-Siegels in Kraft getreten, und wenige Monate später wurde den ersten Organisationen das Siegel erstmals zuerkannt. Die Leitlinien mit den Kriterien für die Zuerkennung des Siegels hatte das DZI in Zusammenarbeit mit der Universität Trier und wichtigen Dachverbänden der Entwicklungszusammenarbeit und Wohlfahrtspflege erarbeitet. Das Spenden-Siegel hat sich in den vergangenen 25 Jahren als das Gütesiegel für seriöse Spendenorganisationen in Deutschland etabliert. In den Folgejahren wurden weitere Signets lanciert, zumeist von Dach- und Lobbyverbänden, die Vertrauenswürdigkeit signalisieren wollen, jedoch eher auf Basis von Selbstverpflichtungen arbeiten, deren Einhaltung nicht umfassend neutral kontrolliert wird. Erfahren Sie mehr über die Entwicklung des Siegels im Beitrag von Christel Neff im aktuellen Spendenmagazin 2016.
   

  Neue ZEWO-Standards werden ab 2017 angewendet
   
  Die Stiftung ZEWO, die in der Schweiz – ebenso wie das DZI in Deutschland – unabhängige Spenderberatung und Spendenprüfung leistet, hat die Standards für ihr Gütesiegel umfassend überarbeitet und wendet die neuen 21 ZEWO-Standards ab 2017 bei ihren Prüfungen an. Im jüngsten „Zewoforum”, dem Newsletter der ZEWO, werden die wichtigsten Änderungen der neuen ZEWO-Standards übersichtlich zusammengefasst.

   

  WZB: Mangelnde Transparenz bei unternehmensnahen Stiftungen 2016
   

Das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) hat im Dezember 2016 die nach eigenen Angaben erste systematische Analyse über die Zusammensetzung der Stiftungsgremien, die Stiftungstätigkeit sowie den Umgang mit Transparenz bei unternehmensnahen Stiftungen vorgelegt. Sie stützt sich auf Informationen zu 61 Stiftungen, die Wissenschaft und Forschung fördern. Als „eklatant” bewertet das WZB die Weigerung einer großen Zahl von steuerlich begünstigten Stiftungen, hinreichende Informationen über ihre Aktivitäten öffentlich bereit zu stellen, und damit nachvollziehbar zu machen, inwiefern sie neben anerkannten gemeinnützigen Zwecken auch eigene Interessen verfolgen. Nur 36 Prozent der untersuchten Stiftungen veröffentlichen ihre Satzung und nur 34 Prozent geben regelmäßig einen Tätigkeitsbericht heraus. Mehr als die Hälfte macht gar keine Angaben zum Stiftungsvermögen, der Mittelherkunft und Mittelverwendung. Nur 11 Prozent haben die Erklärung der Initiative Transparente Zivilgesellschaft unterschrieben, die in zehn Punkten definiert, welche Angaben jede zivilgesellschaftliche Organisation der Öffentlichkeit zugänglich machen sollte. Die Wissenschaftler plädieren in ihrer Studie für die Einführung gesetzlich verpflichtender Transparenzstandards für Stiftungen. Die Studie ist als WZB Discussion Paper erschienen und steht zum Download auf der Website des WZB zur Verfügung.
   

  Medienberichte: Prominente werben für extremistisch-salafistische Spendenorganisationen
   

Mit dem Rapper Bushido und dem Fußball-Profi Änis Ben-Hatira sind in den vergangenen Wochen zwei Prominente wegen ihres Engagements für als extremistisch bzw. salafistisch geltende Spendenorganisationen in die öffentliche Kritik geraten. Der Hessische  Rundfunk berichtete im November 2016 über den Einsatz von Änis Ben-Hatira für den Verein Ansaar Düsseldorf e.V. (auch als Ansaar International bezeichnet), den der jüngste Verfassungsschutzbericht des Landes NRW als „Bestandteil der extremistisch-salafistischen Szene” wertet. Der STERN weist in einem Beitrag vom Dezember 2016 daraufhin, dass der Rapper Bushido unter anderem über Facebook zu Spenden für den Islamischen Humanitären Entwicklungsdienst (IHED) aufgerufen habe, den das Bayerische Innenministerium in seinem Verzeichnis extremistischer oder extremistisch beeinflusster Organisationen auflistet. Das baden-württembergische Innenministerium schreibt über den IHED in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage im Oktober 2016: „Der IHED weist Bezüge ins salafistische Milieu auf. Unter anderem warb der bundesweit bekannte salafistische Prediger Pierre VOGEL auf YouTube ausdrücklich für den IHED.”
   

  Helfen 1
   
  Für ihre 45-minütige TV-Reportage „Gutes tun und helfen, aber wie?” in der ARD-Reihe #Beckmann haben Reinhold Beckmann und Co-Autor Marcus Fischötter Helfende begleitet, befragt und die Rahmenbedingungen des Helfens in Deutschland beleuchtet. Im DZI lässt sich Reinhold Beckmann Beispiele missbräuchlicher Spendenwerbung erläutern und schließt sich deutlich der vom DZI seit Langem vertretenen Forderung an, eine staatliche Sammlungsaufsicht in Deutschland nach dem Positivbeispiel des Landes Rheinland-Pfalz modernisiert und effizient wieder flächendeckend einzuführen.
   

  Helfen 2
   
  Das im November 2016 erschienene Buch „Helfen – Warum wir für andere da sind” von Tillmann Bendikowski analysiert, ausgehend von der Willkommenskultur des Herbstes 2015, eine Kultur des Helfens. Anhand von Gesprächen mit Menschen, die unterschiedliche Erfahrungen mit dem Helfen gemacht haben, und mit Blick auf jene, die zu Ikonen der Barmherzigkeit geworden sind, zeigt der Journalist und Historiker Bendikowski, wie Hilfsbereitschaft Menschen und Gesellschaften verändert und dass diese ein Gradmesser für die Menschlichkeit einer Gemeinschaft sein kann. Der Autor forscht aber auch nach psychologischen Aspekten des Helfenwollens. Auf der Website des C. Bertelsmann  Verlags finden sich neben weiteren Informationen zum Buch zahlreiche Links zu Interviews, in denen sich Tillmann Bendikowski auf spannende und unterhaltssame Weise zu seinem Thema äußert.
   

  E-Paper jetzt kostenfrei abrufbar: Wirkung in der Sozialen Arbeit und im Spendenwesen
   
  Das Doppelheft 2016 der Fachzeitschrift „Soziale Arbeit” zum Thema „Wirkung in der Sozialen Arbeit und im Spendenwesen” kann jetzt als E-Paper kostenfrei abgerufen werden. In der Mitte 2016 erschienenen Publikation informieren elf Fachbeiträge von Autorinnen und Autoren aus Wissenschaft und Praxis über Konzepte und Erfahrungen, Chancen und Risiken der Wirkungsanalyse. Die 1951 gegründete Fachzeitschrift „Soziale Arbeit” wird vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen und der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales des Landes Berlin gemeinsam herausgegeben.
   

  Termine
 

Freitag, 24.2.2017 (11-16 Uhr), Berlin: Workshop zur Gestaltung transparenter Jahresberichte für kleine und mittelgroße Nichtregierungsorganisationen.
Veranstalter: DZI und Verband Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe deutscher Nichtregierungsorganisationen e.V. (VENRO)

Dienstag, 16.5.2017 (10-17 Uhr), Berlin: Spenden-SiegelFORUM 2017 – Jahrestagung für Organisationen mit DZI Spenden-Siegel sowie Verbände, Politik und Verwaltung (auf Einladung)

Freitag, 16.6.2017 (10-17 Uhr), Berlin: ICFO Annual General Meeting Internationale Tagung zur Transparenz, Qualitätsentwicklung und Prüfung im Spendenwesen. Veranstalter: International Committee on Fundraising Organizations (ICFO) und DZI



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